Podiumsdiskussion
der Europäischen Akademie Berlin und dem Deutsch-Litauischen Forum
am 17. Februar 2010 um 19.00 Uhr
in der Europäischen Akademie Berlin , Bismarckallee 46/48, 14193 Berlin
(www.eab-berlin.eu)
Die Wiedererlangung der Unabhängigkeit Litauens 1989 /91
Erinnerungen, Reflexionen, Perspektiven nach 20 Jahren
Nicht nur die deutsche Einheit stand im vergangenen Herbst anlässlich des 20. Jahrestages des Mauerfalls im Mittelpunkt des Interesses, auch Litauen kann nunmehr auf 20 Jahre Unabhängigkeit und Demokratie zurückblicken. Als am 11. März 1990 das frei gewählte Parlament in Vilnius die Souveränität proklamierte, konnte noch niemand wissen, ob das Vorhaben gelingen werde: noch stand die Rote Armee in Litauen, und die sowjetische Führung unter Michail Gorbatschow lehnte es ab, den baltischen Staat aus der Sowjetunion zu entlassen. Erst das Blutbad vom 13. Januar 1991 in Vilnius, bei dem 13 unbewaffnete friedliche Demonstranten den Tod fanden, und der misslungene Putschversuch in Moskau im August 1991 öffneten endgültig den Weg zur offiziellen Anerkennung des litauischen Staates in Ost und West.
Zwei Zeitzeugen erinnern sich an ihre persönlichen Erlebnisse in jenen Tagen und stellen sich aus der Rückschau die Frage, was sich von ihren damaligen Vorstellungen und Hoffnungen in den vergangenen 20 Jahre bewahrheitet hat.
Professor Alvydas Nikžentaitis erlebte als junger Historiker am Institut für litauische Geschichte die damaligen Ereignisse hautnah mit. Er und viele seiner Kollegen standen im Januar 1991 am Parlament und am Fernsehturm, um für ein unabhängiges Litauen zu demonstrieren. Später übernahm er das Forschungszentrum für die Geschichte Westlitauens und Preußens an der Universität Memel/Klaipėda. Im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts war er bis Dezember 2008 Direktor des Instituts für Geschichte in Vilnius. Er gilt als einer der bekanntesten und provokantesten Historiker Litauens.
Professor Michael Heidbreder begleitete aus westeuropäischer Perspektive den litauischen Freiheitskampf und erlebte als Augenzeuge vor Ort entscheidende Momente des Kampfes um die Unabhängigkeit. 1991 war es Initiator und Sprecher des „Komitees Freies Litauen“ bzw. „Freies Baltikum“. Zwischen 1991 und 1993 hatte er eine DAAD-Gastdozentur für Germanistik an der Pädagogischen Universität in Vilnius und an der Universität Vilnius inne. Seit seiner Ernennung zum Honorarprofessor der Deutschen Philologie der Pädagogischen Universität Vilnius im Jahre 1993 hält er jährlich Vorlesungen in Vilnius ab.
Das Gespräch wird von Dr. Joachim Tauber, Vorsitzender des Deutsch-Litauischen Forums, zusammen mit Prof. Dr. Eckart D. Stratenschulte, Leiter der Europäischen Akademie Berlin, moderiert.
Im Anschluss an die Podiumsdiskussion laden wir Sie ein, das Gespräch bei einem Glas Wein fortzuführen.
Wir haben die Unterstützung des Auswärtigen Amtes für dieses Projekt erbeten.
Um Anmeldung bis zum 8. Februar wird gebeten unter eab {at} eab-berlin(.)eu oder telefonisch unter (030)-89 59 51 0.
